Gemeinsam gegen Rechtsruck und Kriminalisierung
Antifaschismus steht unter massivem staatlichem Druck. Ob mit Prozessen, langen Haftstrafen oder internationalen Fahndungen – immer wieder sollen Einzelne herausgegriffen und stellvertretend verurteilt werden. Diese Angriffe zielen auf alle, die sich dem rechten Vormarsch in den Weg stellen und für eine solidarische Gesellschaft ohne Ausgrenzung und Unterdrückung kämpfen. Aber wir wissen: Unsere Stärke liegt in der Solidarität.
Über die Kampagne BlueskyVerfahren
Antifaschistisches Engagement ist vielfältig – und unverzichtbar. Umso klarer ist die Botschaft, wenn genau das kriminalisiert wird: Wir stehen nicht allein. Wir stehen zusammen.
Budapest-Komplex
Seit den Protesten gegen den rechtsextremen »Tag der Ehre« in Budapest 2023 erleben Antifaschist*innen eine beispiellose Repressionswelle. Die grenzüberschreitende Verfolgung im Budapest-Komplex steht exemplarisch für den politischen Willen, Antifaschismus zu kriminalisieren.
Zum Budapest-KomplexGroßverfahren in Dresden
Das Großverfahren in Dresden ist ein Paradebeispiel für die Kriminalisierung antifaschistischer Strukturen. Trotz fehlender Beweise wurden im ersten Prozess hohe Haftstrafen verhängt, weitere Prozesse laufen – ein Angriff auf uns alle.
Zum Verfahren in DresdenGroßprozess in Düsseldorf
Auch in diesem Verfahren gibt es keine belastbaren Beweise. In Düsseldorf zeigen die staatlichen Behörden einmal mehr: Entschlossenes antifaschistisches Engagement wird rücksichtslos kriminalisiert.
Zum Verfahren in DüsseldorfDemos im Visier
Ob in Gera, Offenburg oder Leipzig – antifaschistische Demonstrationen werden zunehmend zur Zielscheibe staatlicher Repression. Brutale Polizeieinsätze, Massenkessel und Hausdurchsuchungen sollen Widerstand kriminalisieren und einschüchtern. Doch Solidarität ist unsere Antwort.
Zu Demos im VisierMeldungen
-
3. Juni 2026
Terminübersicht und Ausblick Juni
Veranstaltungspaket zur Kampagne „Wir sind alle Antifa“
Ab sofort gibt es ein Veranstaltungspaket zur laufenden „Wir sind alle Antifa“- Kampagne. Dieses kann wie ein Baukasten für Inputs oder Veranstaltungen genutzt werden und besteht aus einem Skript und einer Präsentation.
Inhaltlich liefert die Veranstaltungsvorlage Hintergründe zu staatlicher Repression und einen Überblick über mehrere, aktuell laufende, Großverfahren gegen Antifaschist*innen, stellt die „Wir sind alle Antifa“- Kampagne vor und gibt einen Ausblick auf unsere Antwort: Solidarität! Unter alle-antifa@rote-hilfe.de kann das Veranstaltungspaket per Mail angefordert werden. AfD-Bundesparteitag in Erfurt: Konsequent widersetzen! Die AfD plant am 4. und 5. Juli 2026 ihren Bundesparteitag in Essen. Das Bündnis „Widersetzen“ und viele weitere Gruppen und Zusammenhänge mobilisieren zu Protesten und rufen zu Blockaden, Demos, Kundgebungen und Aktionen des zivilen Ungehorsams auf. Wie bei den vergangenen Protesten gegen AfD Bundesparteitage ist auch in diesem Jahr wieder mit Repression zu rechnen. Darauf gilt es sich vorzubereiten und solidarisch zusammenzustehen.
Termine im Großverfahren Düsseldorf
Dienstag, 9.6. Mittwoch, 10.6. Dienstag, 16.6. Mittwoch, 17.6. Dienstag, 23.6. Mittwoch, 24.6. Dienstag, 30.06.
Termine im Großverfahren Dresden
Dienstag, 9.6. Mittwoch, 10.6. Dienstag, 16.6. Mittwoch, 17.6. Dienstag, 23.6. Mittwoch, 24.6. Dienstag, 30.06.
Anhörung im Auslieferungsverfahren bei Gino
Mittwoch, 17.06. in Paris
-
3. Juni 2026
Großverfahren Dresden
Im Prozess vor dem Oberlandesgericht Dresden wurde im Mai an fünf Tagen verhandelt. Weiterhin wurden Zeuginnen, unter ihnen auch Neonazis, befragt. Meist ging es um die Ereignisse in Erfurt, als zwei Neonazis im Januar 2023 angegriffen wurden. Wie schon in den Befragungen der Vormonate, kamen hier keine bahnbrechenden Erkenntnisse zutage. Mehrere geladene Zeuginnen erschienen gar nicht erst zur Verhandlung und wurden vom Gericht mit Ordnungsgeldern belegt.
Wie bereits im April, war auch im Mai der Kronzeuge und Vergewaltiger Domhöver vorgeladen, der bereits im ersten Dresdner Verfahren eine Schlüsselrolle spielte. Seine Aussagen belasten die Angeklagten insgesamt schwer, sind aber überwiegend diffus und widersprüchlich. Wo er nicht weiterweiß, verweist er auf frühere Aussagen aus zahllosen Vernehmungen bei verschiedenen Behörden. Bemerkenswert ist sein Auftreten vor Gericht: Umgeben von schwerbewaffneten Personenschützerinnen ist er sichtlich darauf bedacht, durch seine umfassenden Angaben das Wohlwollen der Justiz, die Privilegien des Zeuginnenschutzprogramms und sein damit verbundenes Monatsgehalt von 1500 Euro zu behalten. Ebenfalls zum wiederholten Male war im Mai der „Gutachter“ Dirk Labudde geladen, um seine selbst entwickelten, pseudowissenschaftlichen und bereits widerlegten Methoden zur Identitätsfeststellung per Knochenvermessung zu erläutern. Selbst das Gericht konnte seinen Ausführungen nicht recht folgen und hinterfragte die hohe Fehlerrate und seine diffusen Mutmaßungen zu einer „Wahrscheinlichkeit“. In der Befragung durch die Verteidigung wurde die Unwissenschaftlichkeit seiner “Gutachten” noch offensichtlicher - ebenso wie der Verzicht auf datenschutzrechtliche Mindeststandards.
Nachdem Ende April Nanuk aus der U-Haft entlassen wurde, erreichte uns Ende Mai eine weitere erfreuliche Nachricht: Lina, die 2023 im ersten Dresdner Verfahren zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde, wurde aus der Haft entlassen. Die Reststrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.
Aktiv werden
Antifaschistisches Engagement wird kriminalisiert, linke Strukturen unter Druck gesetzt. Doch Solidarität ist mehr als ein Wort: Sie wird praktisch, wenn wir handeln. Organisieren, unterstützen, sichtbar bleiben – damit niemand allein bleibt.
Organisieren
Solidarität heißt: sich zusammentun, bevor es ernst wird. Werde Teil der Roten Hilfe. Schließ dich Solikreisen an. Unterstütze Menschen, bevor sie allein dastehen. Antirepressionsarbeit lebt davon, dass wir uns vorbereiten – kollektiv, verantwortungsvoll, solidarisch.
Organisiere dichSpenden
Prozesse, Öffentlichkeitsarbeit, politische Verteidigung – das alles kostet Geld. Damit niemand allein auf diesen Kosten sitzen bleibt, braucht es solidarische Finanzierung. Unterstütze die Kampagne »Wir sind alle Antifa« mit deiner Spende. Jeder Beitrag hilft.
Jetzt spendenUnterstützen
Wenn Menschen in Haft sind, ist das nicht das Ende der Solidarität – sondern ihr Beginn. Schreib Briefe, schick Bücher, zeig Haltung. Gefangene spüren, ob sie vergessen oder getragen werden. Zeig, dass du sie nicht allein lässt. Jede Nachricht durchbricht ein Stück Isolation.
Gefangene unterstützenVerbreiten
Häng Plakate, erzähl von der Kampagne, sprich über Repression. Denn was uns trifft, soll nicht unsichtbar bleiben. Antifaschismus braucht viele – und er braucht sie laut, sichtbar und verlässlich.
Kampagne verbreitenMaterialien
Ob für Infotische, Schaufenster oder Straßenecken – in Kürze könnt ihr Sticker, Plakate und weiteres Material zur Kampagne direkt bestellen.
Zu den MaterialienKontakt
Die möchtest die Kampagne »Wir sind alle Antifa« unterstützen oder hast Fragen? Melde dich gerne bei uns.
Kontakt aufnehmen